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Neue Länderbroschüre zu Kuba

Amnesty Kuba  (29.05.2014, 00.00 Uhr)

Neue Länderbroschüre zu der Menschenrechtssituation auf Kuba

Über "DOWNLOADS" kann die Broschüre heruntergeladen werden, der Link lautet:

http://www.amnesty-kuba.de/files/dateien/Länderbroschüre%20Kuba%20052014%20DINA5%20PDF.pdf




Anlässlich des Tages der Pressefreiheit 03.05.2014 Zusammenfassung zur Situation auf Kuba

Amnesty Kuba  (03.05.2014, 00.00 Uhr)

PRESSE(UN-)FREIHEIT AUF KUBA

Überblick von Amnesty International 2014

„La palabra no es para encubrir la verdad, sino para decirla.” -

“Das Wort existiert nicht, um die Wahrheit zu verbergen,sondern um sie auszusprechen.”

(José Martí kubanischer Poet und Unabhängigkeitskämpfer)

PRESSEFREIHEIT AUF KUBA

Die Regierung übt nach wie vor Kontrolle über alle Medien aus und der Zugang zu Informationen im Internet stellt aufgrund der begrenzten technischen Möglichkeiten und inhaltlichen Einschränkungen eine Herausforderung dar. Die kubanischen Medien unterstehen strengen und tiefgreifenden Einschränkungen, mit denen das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung der EinwohnerInnen Kubas in deutlicher Weise verletzt wird. Dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert zu vertreten sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten. Der Staat hat noch immer ein Monopol auf das Fernsehen, das Radio, die Presse, alle Internetanbieter sowie auf andere elektronische Kommunikationsmittel.

Artikel 53 der kubanischen Verfassung erkennt die Pressefreiheit an, verbietet aber ausdrücklich Privat-besitz an Massenmedien: "Den Bürgerinnen und Bürgern wird die Rede- und Pressefreiheit gemäß den Zielen der sozialistischen Gesellschaft zuerkannt. Die materiellen Voraussetzungen für die Ausübung dieser Rechte sind dadurch gegeben, dass sich Presse, Radio, Fernsehen, Kino und andere Massenmedien in staatlichem oder gesellschaftlichem Eigentum befinden und in keinem Falle Gegenstand privaten Eigentums sein können. Dies garantiert die ausschließliche Nutzung der genannten Medien durch und für das arbeitende Volk und im Interesse der Gesellschaft. Die Ausübung dieser Freiheiten ist gesetzlich festgelegt."

Obgleich es kein Zensur-Gesetz gibt, das die Arbeit der Presse ausdrücklich reguliert oder festlegt, welche Inhalte veröffentlicht werden, müssen JournalistInnen der kubanischen Journalistenvereinigung (Unión de Periodistas Cubanos - UPEC) beitreten, um für die staatlichen Medien arbeiten zu dürfen. Die UPEC ist zwar autonom, erkennt die Kommunistische Partei Kubas in seiner Satzung jedoch als "die höchste führende Kraft der Gesellschaft des Staates" an und stimmt der Einhaltung von Artikel 53 der kubanischen Verfassung zu (s. o.). Eine vorgeschriebene Mitgliedschaft in einer Berufsvereinigung als Voraussetzung für das Ausüben journalistischer Tätigkeiten stellt eine unrechtmäßige Einschränkung des Rechts auf freie Meinungsäußerung und einen Verstoß gegen das Recht auf Vereinigungsfreiheit dar. In Artikel 20 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte heißt es: "Niemand darf gezwungen werden, einer Vereinigung anzugehören". Da die Mitglieder der UPEC als ArbeitnehmerInnen beim Staat Kuba angestellt sind, ist eine vorgeschriebene Mitgliedschaft in diesem Fall ein Mittel zur Ausübung politischer Kontrolle im Bereich der Kommunikation. Ausschließlich die JournalistInnen, deren Ansichten der offiziellen Regierungspolitik entsprechen, werden von der UPEC akkreditiert. Unabhängige JournalistInnen können der Vereinigung daher nicht beitreten.

So wurden in der Vergangenheit wiederholt freie JournalistInnen bedroht oder inhaftiert:

- Der freie Journalist Juan Adolfo Fernández Saínz wurde aufgrund seiner kritischen, politischen Äußerungen gegenüber Fidel Castro im Rahmen der großen Verhaftungswelle in 2003 auf der Grundlage des Gesetzes Nr. 88 „zur Sicherung der nationalen Unabhängigkeit und Wirtschaft Kubas“ in einem Schnellverfahren zu 15 Jahren Haft verurteilt, zwischenzeitlich befindet er sich nach einem mehrjährigen Gefängnisaufenthalt wieder in Freiheit.

- Die JournalistInnen der Hablemos Press werden aufgrund ihrer Arbeit immer wieder drangsaliert und vorübergehend festgenommen. Hablemos Press ist eine im Februar 2009 von unabhängigen JournalistInnen und MenschenrechtsaktivistInnen gegründete, inoffizielle Nachrichtenagentur. Sie wurde laut der Webseite der Agentur ins Leben gerufen, "um Nachrichten innerhalb des Landes und für den Rest der Welt zu sammeln und zu verbreiten". Der Leiter der Hablemos Press, Roberto de Jesús Guerra Pérez wurde am 11. September 2012 gezwungen, in ein Auto einzusteigen und wurde Berichten zufolge auf dem Weg zu einer Polizeiwache geschlagen. Vor seiner Freilassung sagte man ihm, dass er zum "regime-feindlichen Journalisten Nr. 1" geworden sei und ihm die Inhaftierung drohe, sollte er sei-ne Arbeit fortführen.

- Der freie Journalist und gewaltlose politische Gefangene Calixto Ramón Martínez Arias wurde nach fast sieben Monaten ohne Anklageerhebung am 09. April.2013 aus dem Gefängnis entlassen. Er war am 16. September 2012 aufgrund seiner Arbeit als freier Journalist festgenommen worden, wurde aber nie unter Anklage gestellt. Calixto Ramón Martínez Arias trat zwei Mal in den Hungerstreik, um gegen seine Inhaftierung zu protestieren, zuletzt am 08. März 2013. Er nahm 22 Tage keine Nahrung zu sich, bis er von den kubanischen Behörden die Zusage zu seiner bevorstehenden Freilassung erhielt. Nach seiner Inhaftierung sagte Calixto Ramón Martínez Arias, dass ihm ein Rechtsbeistand zur Verfügung gestellt wurde, doch konnte dieser seine Akten nicht einsehen. Während seiner Haft in der Polizeistation Santiago de las Vegas im September 2012 informierten ihn PolizeibeamtInnen, dass die Staatsanwaltschaft seine Sicherheitsverwahrung angeordnet hatte.

Der Hungerstreik ist ein von politischen DissidentInnen und anderen AktivistInnen in Kuba häufig genutztes Mittel, um ihren Protest auszudrücken. Zudem wird deutlich, wie verzweifelt und hoffnungslos die Betroffenen ihre Situation betrachten, wenn sie ungerechtfertigt für lange Zeit inhaftiert sind. Im September 2012 trat Jorge Vázquez Chaviano in den Hungerstreik, als die Behörden ihn nach Beendigung seiner 18-monatigen Freiheitsstrafe nicht aus der Haft entließen. In den vergangen Jahren starben zwei Personen infolge ihres Hungerstreiks: Orlando Zapata Tamayo im Februar 2010 (siehe hierzu Death of Cuban prisoner of conscience on hunger strike must herald change unter https://www.amnesty.org/en/news-and-updates/death-cuban-prisoner-conscie...) und Wilmar Villar Mendoza im Januar 2012 (siehe hierzu Cuban authorities 'responsible' for activist's death on hunger strike unter http://www.amnesty.org/en/news/cuban-authorities-responsible-activists-d...). Bei beiden handelte es sich um gewaltlose politische Gefangene.

FORDERUNGEN VON AMNESTY

Amnesty International fordert die Regierung von Kuba auf:

-Den „Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte“ und den „Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte“ ohne Einschränkungen und ohne weitere Verzögerungen zu ratifizieren

-Die nationalen Gesetze, einschließlich der Verfassung, zu überarbeiten und mit den internationalen Menschenrechtsstandards in Einklang zu bringen

-Die Todesstrafe für alle Delikte abzuschaffen

-Die Bedrohung, Einschüchterung, Verfolgung und willkürlichen Inhaftierungen von MenschenrechtsaktivistInnen, unabhängigen JournalistInnen und RegierungskritikerInnen, welche ihr Recht auf freie Meinungsäußerung, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit friedlich ausüben, zu beenden

-Unabhängigen Medien und JournalistInnen zu ermöglichen, frei und ohne Furcht vor Repressalien, ungesetzlichen Beschränkungen und willkürlicher Verfolgung zu arbeiten

-Alle Gesetze, die die Meinungsfreiheit kriminalisiert haben oder dazu genutzt wurden, vor allem die Artikel 53 und 62 der Verfassung, Artikel 91 des kubanischen Strafgesetzbuches, das Gesetz 88 „For the Protection of National Independence and the Economy of Cuba“ und andere gesetzlichen Regelungen, welche ungesetzlich das Recht auf freie Meinungsäußerung eingeschränkt haben, aufzuheben oder zu berichtigen

-Sicherzustellen, dass niemand inhaftiert oder angeklagt wird, der nur sein Recht auf freie Meinungsäußerung, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit wahrgenommen hat. Jeder, der aufgrund dieser Aktivitäten inhaftiert wurde, sollte sofort und bedingungslos freigelassen werden

-Alle politischen gewaltlosen Gefangenen, die nur aufgrund ihrer freien Meinungsäußerung inhaftiert wurden, sofort und bedingungslos freizulassen




Nicht autorisierte Übersetzung der Presseerklärung vom 27.01.2014

Amnesty Kuba  (27.01.2014, 00.00 Uhr)

Nicht autorisierte Übersetzung der Kuba-Koordinationsgruppe der deutschen Sektion von amnesty international Verbindlich ist nur das Original in Englisch!

Kuba intensiviert die Repression im Vorfeld des CELAC-Gipfels (Comunidad de Estados Latino-americanos y del Caribe = Vereinigung der Lateinamerikanischen und karibischen Staaten) 27.01.2014

Die kubanischen Behörden müssen ihre Repressionen gegen Regierungsgegner und Dissidenten stoppen und friedliche Aktivitäten, die während des 2. CELAC Gipfels geplant sind, genehmigen, sagte ai heute. Der Gipfel findet am 28. und 29.1. in Havana statt. Die Haltung der kubanischen Be-hörden ist ein ungeheuerlicher Angriff auf das Recht der freien Meinungsäußerung und Versamm-lung, der von den vielen Staatsoberhäuptern, die jetzt in Havana zusammenkommen, nicht unbe-merkt bleiben sollte, sagte ai's Sonderbeauftragter für regionale Programme, Javier Zuňiga. „Es ist ein sinnloser Versuch, diejenigen zum Schweigen zu bringen, die die systematische Verlet-zung des Rechts auf freie Meinungsäußerung, auf Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit in Kuba offen ansprechen. Die Regierung mag Dissidenten davon abhalten, in die Nähe des Konferen-zortes zu gelangen, aber ihre Stimmen werden durchdringen. Es gibt nichts, was die Menschenrech-te zum Schweigen bringen kann.“ Letztes Wochenende wurden in vielen Teilen der Insel Dutzende von Dissidenten willkürlich ver-haftet oder unter Druck gesetzt, damit sie nicht an privaten Veranstaltungen teilnehmen, die parallel zum CELAC-Gipfel, der morgen in Havana beginnt, geplant sind. Die Cuban Commission for Hu-man Rights and National Reconciliation (CCDHRN , Comisión Cubana de Derechos Humanos y Reconciliación Nacional) (kubanische Kommission für Menschenrechte und nationale Versöhnung) hat 43 Fälle von Personen dokumentiert, die zwischen dem 23. und 26. Januar für kurze Zeit inhaf-tiert wurden. Weitere fünf Personen wurden unter Hausarrest gestellt. Mindestens 18 wurden von den Behörden gewarnt, nicht nach Havana zu reisen. Als Resultat dieser Verhaftungen und der Wel-le von Einschüchterungen wurden zahlreiche Treffen, die parallel zum Gipfel hätten stattfinden sol-len, abgesagt. Unter den Aktivisten, die über das Wochenende inhaftiert wurden, befanden sich José Daniel Ferrer García, Präsident der patriotischen Union Kubas (UNPACU, Unión Patriótica de Cuba) und Yusmi-la Reina Ferrera, Mitglied der gleichen Organisation. Beide wurden in verschiedenen Polizeistatio-nen auf der Insel für fast 48 Stunden festgehalten. José Daniel Ferrer erzählte Amnesty, dass er und seine Kollegin von Männern in zivil gegen 1 Uhr am 24. Januar abgefangen wurden, als sie zum Büro der Cuban Commission for Human Richts and National Reconciliation unterwegs waren. Ferrer forderte die Männer auf, sich auszuweisen, was diese ablehnten. Sie wurden dann in ein Auto gestoßen und zu einer Polizeistation an der Grenze zwischen den Provinzen Havana und Mayabeque gebracht, von wo aus sie zu verschiedenen Poli-zeistationen in Havana transportiert wurden, wo sie die Nacht verbrachten. Am 25. Januar wurden sie in Richtung Santiago de Cuba gebracht, aber sie verbrachten die Nacht in einer Polizeistation in Camagüey. Sie wurden letztendlich gegen Mittag am 26. Januar in der Provinz Santiago de Cuba freigelassen. José Daniel Ferrer erzählte Amnesty, dass Polizeibeamte gegenwärtig sein Haus beob-achteten und es für ihn momentan unmöglich sei, in die Hauptstadt zurück zu kehren. „Es ist ein Skandal, dass diejenigen, die mit der kubanischen Regierung nicht einverstanden sind, dies nicht gemeinsam und öffentlich äußern dürfen. Die Staatsoberhäupter der CELAC-Mitgliedsstaaten und leitenden Beamten von regionalen und internationalen Organisationen, so wie der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, sollten die Tatsache nicht übersehen, dass, wenn sie nach Havana kommen, um am Gipfel teilzunehmen, gegen die kubanischen Aktivisten, von ihrer Regie-rung hart durchgegriffen wird“, sagte Javier Zuňiga. „Die Führer einer Organisation, die die Re-spektierung von Demokratie und Menschenrechte zu ihren Prinzipien zählt, sollten für die Unter-stützung der Meinungs- und Versammlungsfreiheit für die kubanischen Bürger eintreten“, fügte er hinzu. Die Verhaftung und Nötigung von Dissidenten und Oppositionellen ist eine zur Routine ge-wordene Taktik der kubanischen Behörden. Im Laufe des Jahres 2013 berichtete die Cuban Com-mission for Human Richts and National Reconciliation über 6.424 Verhaftungen von Regierungskri-tikern. Allein im Dezember 2013 gab es 1.123 willkürli¬che Verhaftungen aus „politischen Gründen“, die höchste Anzahl seit dem Besuch von Papst Bene¬dikt XVI im März 2012.



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